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Neubau Schulhaus Türli

Wichtige Fragen und Antworten



Visualisierung des Schulhausneubaus

Fotos zum Baufortschritt finden Sie hier.


Was sind die grössten Sorgen mit dem Schulhaus Türli?

  • Das 1958 erbaute Schulhaus Türli und das Schwesternhaus mit Hauswirtschaft und Rektorat sind sanierungsbedürftig.
  • Insbesondere im Bereich der "Hauswirtschaft" können neben den ungeeignet kleinen Räumen hygienische Vorgaben nur noch sehr erschwert eingehalten werden.
  • Der obligatorische Fach-, Zusatz- und Stützunterricht findet teilweise in ungeeigneten oder sehr kleinen Räumen oder in provisorischen Containern statt.
  • Gruppenräume sind in den Schulhäusern Türli und Stuckli nicht vorhanden.
  • Die Musikschule ist auf alle Schulhäuser verteilt. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen müssen oft die Räume wechseln.
  • Das Gebäude ist in die Jahre gekommen, mit knapp 60 Jahren ist das Ende der Lebensdauer bald erreicht
  • Der Energieverbrauch für die Raumheizung ist auf Grund der schlechten Wärmedämmung sehr hoch.
  • Umfassende Sanierungen stehen an (Energietechnische Sanierung, Tragwerksertüchtigung (Anpassung an aktuelle Normen, Erdbebensicherheit etc.), Gebäudetechnik (Heizung, Elektro, Sanitär), Brandschutz, Bauschadstoffe).
  • Eine behindertengerechte Bauweise ist heute nicht gegeben und müsste realisiert werden.
  • Bestehende Gebäude stehen "schräg" in der Landschaft, eine sinnvolle Weiterentwicklung des Areals ist schwierig.

Warum braucht es ein neues Schulhaus?

  • Die bestehenden Raumstrukturen entsprechen nicht den heutigen und zukünftigen schulischen Anforderungen, entsprechende Anpassungen wären sehr aufwändig (Tragwerk).
  • Auf Grund des Beschlusses des Stimmvolks zur Einführung des freiwilligen zweiten Kindergartenjahres.
  • Das Raumprogramm weist einen zusätzlichen Flächenbedarf von rund 1‘500 m2 Hauptnutzflächen auf.
  • Die Variante einer Sanierung des Schulhauses und An-/Erweiterungsbauten wurde geprüft. Eine umfassende Sanierung des Umbaus ergäbe eine Eingriffstiefe von 80 bis 90 %, das heisst, man müsste 80 bis 90 % der bestehenden Bausubstanz ersetzen.
  • Eine Sanierungslösung wurde daher aus gesamtwirtschaftlichen Überlegungen verworfen, ein Neubau ist sinnvoller.

Welches Projekt hat den Architekturwettbewerb gewonnen?
Das Projekt Türli und Arni der Durrer Architekten, Luzern und des Landschaftarchitekten Benedikt Stähli, Cham überzeugte die Wettbewerbsjury mit folgenden Kriterien:

  • Zwei Gebäudevolumen mit unterschiedlichen Dimensionen und Ausdehnungen.
  • Ein langgestrecktes, zweigeschossiges Gebäude mit den beiden Hauptnutzungen Kindergarten und Hauswirtschaft steht mit grosszügigem Abstand parallel zur Edisriederstrasse.
  • Das zweite, als Primarschulhaus gedachte Gebäude positioniert sich zwischen dem ersten Gebäude und der alten Türli-Turnhalle.
  • Die überzeugende Lösung steht in gutem Bezug zum bestehenden Ortsbild (Position, Volumen, Dachformen).
  • Beide Gebäude sind sehr kompakt und effizient organisiert (keine Räume oder Erschliessungen, welche nicht gefordert waren).
  • Eines der kostengünstigsten Projekte.
  • Eine sinnvolle Etappierung (Primaschule, Kindergarten) ist möglich.

Was beinhaltet das Projekt?

Situation
Das Projekt "Türli und Arni" sieht zwei sich in Dimension und Ausdehnung klar un­terscheidende Gebäudevolumen vor. Das „Arni“ ist ein langgestrecktes, zweigeschossiges Ge­bäude mit den zwei Hauptnutzungen Kindergarten und Hauswirtschaft und steht mit grosszügigem Abstand parallel zur Edisriederstrasse. Das zweite, zukünftige Primarschul­haus „Türli“ positioniert sich zwischen dem „Arni“ und der alten Türli-Turnhalle. Die Gesamtwirkung der gewählten ortsbaulichen Lösung in Bezug zum bestehenden Ortsbild ist sehr überzeugend.

Primarschulhaus "Türli"
Das Primarschulhaus „Türli“ ist auf vier Geschossen organisiert und ab einer gedeckten Ar­kade erschlossen. Im Erdge­schoss sind um eine grosszügige Halle allgemeine Räume wie Musikzimmer/Singsaal, Lehrerzimmer, Logopädie, etc. angeordnet. Die beiden darüber liegenden Ge­schosse weisen je sechs Klassenzimmer und vier Gruppen- und Kleingruppenräume auf. Im teilweise über dem Terrain liegenden Untergeschoss sind die Räume des techni­schen Gestaltens und der Werk-/ Bastelraum sowie die geforderten Neben­räume wie Lagerräume, Hauswarträume und Räume für die Gebäudetechnik untergebracht.

Kindergarten- und Hauswirtschaftstrakt "Arni"
Das „Arni“ beherbergt im Erdgeschoss (Niveau Pau­senplatz) zwei gut organisierte Hauswirtschaftseinheiten mit Schulküche und thematischen Unterrichtsräumen. Wie beim Eingang zum „Türli“ wird dem Eingang zum Schulküchentrakt eine Arkade vorgelagert. Auf dem darüber liegenden Geschoss befinden sich nebeneinander die fünf Kindergärten, welche von der Edisriederstrasse her erschlossen werden.

Konstruktion und Materialisierung
Die beiden Gebäude werden in einer Mischform von Skelett- und Massivbauweise erstellt. Durch diese Konstruktionsart ist teilweise eine flexible Raumnutzung und Organisation möglich. Die Fassaden in Elementbeton sorgen für eine hohe Beständigkeit und einen geringen Unterhalt. Das Walmdach des Primarschulhauses "Türli" sowie die Firstdächer des Kindergarten- und Hauswirtschaftstraktes "Arni" werden mit Faserzementplatten eingedeckt.

Nachhaltigkeit
Durch die kompakte Gebäudeform und die gewählte Dimensionierung der Wärmedämmung erfüllen die beiden Gebäude die neuesten gesetzlichen Energievorgaben und werden betreffend Nachhaltigkeit der Energiestadt Sachseln gerecht. Der sommerliche Wärmeschutz wird durch textile Senkrechtmarkisen und eine Dreifachverglasung der Fenster gewährleistet. In beiden Gebäuden wird eine kontrollierte Lüftung eingebaut. Die natürliche Lüftung bleibt durch genügend aufschliessbare Fenster gewährleistet. Die Versorgung mit Wärme für die Heizung und das Warmwasser erfolgt durch einen Anschluss an den Wärmeverbund Sachseln.

Aussenräume
Durch die Lage der beiden Gebäudevolumen entstehen zwei getrennte Aussen­räume: einerseits ein wohl proportionierter, nach innen gerichteter Pausenplatz und andererseits ein parallel zur Edisriederstrasse liegender Aussenraum für den Kinder­garten.

Das Areal der neuen Schulanlage kann für Fussgänger sowie für Fahrzeuge von der Edisriederstrasse wie auch vom Gemeindehaus her erschlossen werden. Die er­forderlichen Parkplätze werden entlang der dorfseitigen Parzellengrenze angeordnet. Für Abendnutzungen steht der neue Pausenplatz weiterhin als Parkplatz zur Verfügung.

Etappierung
Der Entscheid der Verfasser, die geforderte Nutzung in zwei unterschiedlichen Ge­bäuden unterzubringen, lässt eine geschickte bauliche Etappierung, unter Berück­sichtigung der bestehenden Gebäude, zu. Während der Neubau des Primarschulhau­ses erstellt wird, kann das alte Schulhaus Türli weiter genutzt werden. So kann auf den Bau von kostspieligen Proviso­rien weitestgehend verzichtet werden.

Werden Provisorien benötigt?
Nein, da eine Etappierung durch Unterbringung der Nutzung in zwei unterschiedlichen Gebäuden möglich ist. Während des Baus des Primarschulhauses kann das alte Schulhaus Türli weiter genutzt werden.

Wo wird die Musikschule zukünftig sein?
Der zukünftige Standort der Musikschule wurde noch nicht definitiv festgelegt.

Wann wird das freiwillige zweite Kindergartenjahr eingeführt?
Über das freiwillige zweite Kindergartenjahr wurde 2014 abgestimmt. Zu diesem Zeitpunkt wurde die klare Botschaft formuliert, dass das freiwillige zweite Kindergartenjahr erst mit der Realisierung des neuen Schulhauses eingeführt werden kann. Gemäss Zeitplan wäre das also 2021.

Wie war die Schule in die Schulraumplanung involviert?
Die Schule war von Anfang an in den Planungsprozess mit einbezogen, sie konnte sich einbringen und hatte z.B. im Wettbewerbsverfahren bei der Beurteilung der Projekte eine wichtige Rolle. Alle für die Schule relevanten Entscheide werden von der Schulleitung mitgetragen.

Wie entwickelt sich die Sachsler Bevölkerung?
In der Finanzplanung wird mit einem jährlichen Bevölkerungswachstum von 0.6 % gerechnet.

Die Bevölkerungsentwicklung von Sachseln:

Jahr       Einwohner
1850       1'358
1900       1'641
1950       2'423
1960       2'721
1970       3'059
1980       3'406
1990       3'690
2000       4'241
2012       4'949
2013       5'028
2017       5'077

Prognose bis 2019: 5'160 Einwohner

Wie entwickeln sich die Schülerzahlen von Sachseln?
In der folgenden Tabelle sind die Zahlen der letzten Jahre. Alle Zahlen sind ohne zusätzliches freiwilliges Kindergartenjahr, ohne die Kinder im Flüeli und ohne diejenigen Kinder, welche in Giswil die Schule besuchen.

Jahr       Anzahl Kinder
2007/2008       560
2008/2009       539
2009/2010       540
2010/2011       529
2011/2012       534
2012/2013       543
2013/2014       525
2014/2015       513
2015/2016       497
2016/2017       472
2017/2018       477
2018/2019       487
2019/2020       490


Sind unsere Sporträume noch zeitgemäss?
Die Turnhallen Mattli und jene der Mehrzweckhalle im Flüeli entsprechen den heutigen Anforderungen für den Sportunterricht vollauf. Die Turnhalle Türli muss in Zukunft ersetzt werden. Zudem nutzen auch regionale Sportvereine die Turnhallen in Sachseln und Flüeli-Ranft.

Wann ist eine neue Sporthalle vorgesehen?
In der Gemeinde Sachseln ist die Mehrfachhalle als nächstes grosses Hochbauprojekt geplant und im Finanzplan erfasst.

Warum werden Schul- und Sporträume nicht gleichzeitig realisiert?
Der Einwohnergemeinderat hat in den Jahren 2013/2014 eine Konzeptstudie erarbeiten lassen, welche die Realisierung von Schul- und Sporträumen beinhaltete. Auf Grund der hohen Kosten einer gleichzeitigen Realisierung und der Dringlichkeit hat der Einwohnergemeinderat dem Schulraum klar erste Priorität eingeräumt.

Trägt der Einwohnergemeinderat sorge zu unserem Finanzhaushalt?
Ja, diesem Grundsatz lebt der Einwohnergemeinderat nach. Sachseln soll zweckmässige und preiswerte Räume für Schule und Sport erhalten. Darum hat er aus wirtschaftlichen Gründen entschieden, dass ein Neubau des Schulhauses Türli die beste Lösung darstellt.


Was kostet das Bauvorhaben?
Die gesamten Anlagekosten setzen sich wie folgt zusammen:

eBKP-H Bezeichnung Kosten  
A Grundstück CHF 34'300.00
B Vorbereitung CHF 2'454'000.00
C Konstruktion Gebäude CHF 2'463'100.00
D Technik Gebäude CHF 2'879'400.00
E Äussere Wandbekleidung Gebäude CHF 1'754'500.00
F Bedachung Gebäude CHF 353'800.00
G Ausbau Gebäude CHF 3'322'500.00
I Umgebung Gebäude CHF 875'700.00
J Ausstattung Gebäude CHF 710'000.00
V Planungskosten CHF 3'049'700.00
W Nebenkosten CHF 263'200.00
Y Reserve, Teuerung CHF 813'800.00
Total Anlagekosten CHF 18'974'000.00

(Kostengenauigkeit ± 10 %, Kostenstand 1. April 2017, Baupreisindex Hochbau, Neubau, Region Zentralschweiz, 98.4 Punkte)


Wie wird der Schuhausneubau finanziert?
Der Schulhausneubau kann nur mit der Erhebung einer Zwecksteuer von voraussichtlich 0.25 Einheiten realisiert werden. Die Bevölkerung wurde darüber immer wieder informiert und nahm dies in den Abstimmungen zum Architekturwettbewerb im November 2014 (62 % JA-Stimmen) und dem Projektierungskredit im April 2016 (54 % JA-Stimmen) bereits zur Kenntnis.

Wann wurde diese Steuer beschlossen und eingeführt?
Mit der Zustimmung zum Baukredit am 24. September 2017 hat das Stimmvolk gleichzeitig der Steuererhöhung zugestimmt. Diese Zwecksteuer wird ab dem Jahr 2018 erhoben.

Warum braucht es diese Zwecksteuer?
Die Abschreibungsdauer kann so individuell festgelegt werden. Vorgesehen sind 25 Jahre ab Beginn der Abschreibungsmöglichkeit (d.h. ab 2021: Inbetriebnahme Schulhaus). Im kantonalen Finanzhaushaltsgesetz wären dies bei normaler Finanzierung nur 10 Jahre, was eine wesentlich höhere ordentliche Steueranpassung zur Folge hätte.

Was bedeutet diese Zwecksteuer von 0.25 Einheiten genau für die Steuerpflichtigen?

Reineinkommen Zwecksteuer pro Jahr  
CHF 100‘0000.00, verheiratet, 2 Kinder CHF 304.20  
CHF 75‘0000.00, verheiratet, 2 Kinder CHF 180.45  
CHF 50‘000.00, verheiratet, 2 Kinder CHF 56.70  
CHF 25‘000.00, verheiratet, 2 Kinder CHF 0.00  
       
CHF 100‘000.00, alleinstehend, keine Kinder CHF 405.00  
CHF 75‘000.00, alleinstehend, keine Kinder CHF 292.50  
CHF 50‘000.00, alleinstehend, keine Kinder CHF 180.00  
CHF 25‘000.00, alleinstehend, keine Kinder CHF 56.25  


Hinweis: Bundes-, Kantons- und Kirchensteuer sind von dieser Steueranpassung nicht betroffen. Obige Beträge entsprechen in etwa einem halben Prozent des steuerbaren Einkommens.

Wie wirkt sich dies auf die Steuerattraktivität von Sachseln aus?
Die gesamte Steuerbelastung bleibt im Vergleich mit den anderen Obwaldner Gemeinden durchschnittlich.

Gibt es neben den Investitionskosten auch zusätzliche Kosten, welche berücksichtigt werden müssen?
Ja. Neben den Investitionskosten müssen auch weitere Kosten berücksichtigt werden, welche zum Zeitpunkt der letzten Botschaft (Planungskredit) noch nicht geklärt werden konnten. Unter „Weitere Kosten“ laufen zum Beispiel die Erschliessung durch Werkleitungen, Retentionsanlagen (Anpassungen an bestehende Anlagen), fachgerechte Entsorgung möglicher Bauschadstoffe, Baugrundverbesserungen, Photovoltaik-Anlage, Mobiliar, Reserven u.a.m.

Wie sieht der Realisierungsfahrplan aus?
Zur Umsetzung des Projekts ist folgender Zeitplan vorgesehen:

Juni 2018 Vorbereitungsarbeiten
3. Juli 2018 Spatenstich Primarschulhaus "Türli"
August 2018 Baubeginn Primarschulhaus "Türli"
April/Mai 2020 Bauvollendung und Bezug Primarschulhaus "Türli"
Juli/August 2020 Abbruch Schulhaus Türli inkl. Schwesternhaus sowie Baubeginn Kindergartengebäude "Arni"
Juni/Juli 2021 Bauvollendung und Bezug Kindergartengebäude "Arni" und Bauabschluss